Gilfenklamm

Die Gilfenklamm in Ratschings

Im nördlichen Teil von Südtirol – in der Bezirksgemeinschaft Wipptal – befindet sich die Gemeinde Ratschings, eine beliebte Urlaubs- und Feriengemeinde. In dieser Gemeinde ist ein einzigartiges Naturdenkmal zu finden: die Gilfenklamm. Bei der Gilfenklamm handelt es sich um eine Schlucht, dessen Gestein aus weißem Marmor besteht.

Der Ratschingser Bach hat im Laufe der Zeit eine Schlucht von teilweise bis zu 15 Metern Tiefe in den weißen und weichen Marmor geschliffen. Vor weit mehr als 100 Jahren hatte der Österreichische Alpenverein einen Weg durch die Schlucht angelegt. Die Erschließung der Gilfenklamm dauerte von 1893 bis 1895. Am 02.08.1896 erfolgte die Eröffnung und am 25.07.1898 die feierliche Einweihung der Klamm.

Der Name der Klamm

Dadurch, dass die Erschließung durch den Österreichischen Alpenverein erfolgte, wurde damals die Klamm auf den Namen „Kaiser-Franz-Josefs-Klamm“ getauft. Die Klamm wurde so allerdings nur kurze Zeit genannt, bis sich der Name Gilfenklamm durchsetzte. An die damalige Namesgebung „Kaiser-Franz-Josefs-Klamm“ erinnert heute nur noch eine kleine Gedenktafel, die aufmerksame Besucher der Klamm entdecken können.

Der Name der Klamm bzw. „Gilf“ hat seinen Ursprung im vorlateinischen Wort „colphus“, was so viel wie Bucht bzw. Höhlung bedeutet. Aus dem alpenromanischen Wort „golfu“ entwickelte sich dann das Gilf.

Die Wanderung durch die Gilfenklamm

Wer durch die Gilfenklamm wandern möchte, sollte den Weg von Stange, einer Fraktion von Ratschings, nehmen. Entsprechende Wegweisschilder weisen den Weg zur Gilfenklamm. Zunächst führt der Weg vom Gasthaus „Zur Gilfenklamm“ neben dem Ratschingser Bach entlang. Die Schlucht wird, je weiter man läuft, immer enger, während der Weg immer mehr ansteigt. Später geht der Weg in Serpentinen und über Stufen nach oben. In die eigentliche Klamm kommt man, wenn man an einer felsigen Ecke ankommt. Von hier aus kann man die Klamm in ihrer wahren Größe sehen. Das Highlight ist die „Kirche“ – so wird der Trichter genannt, in den ein Wasserfall über 15 Meter in die Tiefe stürzt.

Der Weg durch die Gilfenklamm endet an der Ratschingser Straße beim Gasthaus „Jaufensteg“ auf einer Höhe von 1.149 Metern über dem Meeresspiegel. Entweder geht man von hier aus denselben Weg zurück, den man gekommen ist oder man wählt den Weg der Rundwanderung. Die Rundwanderung führt am Burghof und an der Ruine Reifenegg vorbei wieder nach Stange.

Die Schlucht hat eine Länge von etwa 400 Metern und die Seitenwände sind aus weißem Marmorfels, die eine Höhe von etwa 15 Metern haben. Der Marmorfels schimmert teilweise im reinen Weiß, teilweise aber auch grünlich.

Bei einer Wanderung durch die Gilfenklamm muss man etwa 175 Höhenmeter überwinden. Die gesamte Weglänge beträgt etwa 2,5 Kilometer. Für die Durchwanderung sollte man sich etwa eine Stunde Zeit nehmen. Der Weg ist relativ leicht zu gehen, so dass dieser für Jung und Alt sehr empfehlenswert ist.

Die Gilfenklamm ist jährlich ab Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Wer die Gilfenklamm durchwandern möchte, muss eine geringe Gebühr für die Instandhaltung der Wege entrichten. Die genauen Öffnungszeiten sollten vor Ort beim Tourismusverein Ratschings erfragt werden.

Der Marmor im Ratschingstal

Der Marmor, aus dem die Wände der Gilfenklamm bestehen, wird auch als Ratschingser Marmor bezeichnet. Dieser Marmor wird bereits seit dem Römischen Reich bis heute abgebaut. Ein Teil des Marmors, der in der Innsbrucker Hofkirche verbaut wurde, stammt aus dem Gebiet rund um die Gilfenklamm. Aber auch im Schloss Schönbrunn in Wien wurde der Marmor aus dem Ratschingstal verwendet.

Tipp!

Befindet man sich einmal in Ratschings bzw. in der näheren Umgebung, ist ein Besuch der Gilfenklamm auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Denn hier handelt es sich um eine Marmorschlucht, welche in ganz Europa einmalig ist. Für die Durchwanderung ist wenig Kondition erforderlich. Dennoch sollte man ein gutes Schuhwerk tragen, da durch das Wasser der Weg teilweise etwas glatt bzw. glitschig ist.

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